Izabela Pieprzyk über ihren Studienaufenthalt in Greifswald

Wenn ich nur mit einem Wort meinen Aufenthalt in Greifswald bezeichnen müsste, dann wäre es: unvergesslich.
Das Austauschprogramm, an dem ich teilnahm, trug dazu bei, dass ich nicht nur meine Sprachkenntnisse verbesserte und neues Wissen erwarb. Das war für mich vor allem eine tolle Erfahrung. Ich traf Studenten aus unterschiedlichen Ländern: Jemen, Jordanien, Ägypten, Russland, Frankreich, China, Lettland, Litauen….Wir verbrachten sehr viel Zeit miteinander, in dem wir lange Gespräche über Kultur, Studium, Probleme, Sitten und Bräuche führten.

Die Freundschaft, die wir knüpften, wird dauern. Das Studium in Greifswald und die Germanistik insbesondere ist sehr beliebt. Das führte andererseits gelegentlich zu überfüllten Hörsälen. Während der Kurse gab es im Saal manchmal über 30 Personen, an einem Seminar nahmen doppelt so viele Studenten teil! Die Studiengestaltung sieht hier ganz anders aus als in Polen. Die Auswahlmöglichkeit der Vorlesungen und Kurse und selbständige Bildung der Module verursacht, dass sich die Studenten nach ihren Interessen richten können, was insbesondere bei den zwei Studienrichtungen die Freizeitgestaltung  sehr erleichtert.
Eine positive Überraschung war für mich auch die Möglichkeit der sportlichen Betätigung durch den Hochschulsport in Greifswald. Das Angebot reicht von Aerobic über Boogie Woogie und Meditation bis Yoga! Ich trainierte Taekwondo und hatte viel Spaß. Wenn jemand um 3.00 Uhr morgens eine Vorlesung zum Thema Traditionelle Chinesische Medizin - was ist das, was kann sie? oder Die Rolle der weiblichen Brust in den Epochen besuchen möchte, dann hat man in Greifswald solche Gelegenheit während der 24-Stunden-Vorlesung!
Das beste, was ein fleißiger Student sich vorstellen kann, ist die Öffnungszeit der Universitätsbibliothek: von 8 Uhr morgens bis Mitternacht! Dort verbrachte ich sehr viel Zeit und ein Treffpunkt während der Pausen war immer ein Pausenraum, wo die Studenten ihre Gedanken austauschten und ein bisschen Entspannung fanden.
 Das Schlittschuhlaufen in Hamburg, ein Treffen mit dem Stadtführer in Stralsund, der mit einer großen Begeisterung über gotische Backsteinkirchen oder die Stellwagen-Orgel aus dem 17. Jahrhundert erzählte oder ein Spaziergang zur Klosterruine Eldena, die durch das Bild von Caspar David Friedrich berühmt wurde – all das und noch mehr waren die Programmpunkte der Exkursionen und Veranstaltungen, die den ausländischen Studenten die Lokale Erasmus Initiative (LEI) zusammen mit dem Akademischen Auslandsamt boten. Kein Student war seinem Schicksal überlassen – um jeden Studenten kümmerte sich ein Tutor. Beim Suchen nach den Behörden oder Ausfüllen der Formulare gab es keinen Stress. Die Tutoren aus der LEI standen uns immer mit Rat und Tat zur Seite und hatten ein offenes Ohr für unsere Probleme. 
Was mir besonders in Greifswald gefallen hat, war die Verbreitung der polnischen Kultur während des jährlich im November stattfindenden PolenmARkTes. Dieser Event gehört zu einem der größten kulturellen Ereignisse in der Stadt. Innerhalb dieser atemberaubenden Tage konnte ich nicht nur die wunderbare Musik der Brüder Oles oder von der Band KROKE genießen, sondern auch die Poesie von Edward Stachura. PolenmARkT bietet  den Einwohnern Greifswalds die Annäherung vor allem an polnische Kultur. Sie konnten auch die kulinarischen Spezialitäten aus Polen probieren und an der von den polnischen Studenten organisierten Lotterie und Veranstaltung teilnehmen!
Das Semester in Greifswald ist schon beendet und ich bin wieder zurück in meiner Heimat. Reicher um neues Wissen, neue Erfahrungen, Freundschaften und Ideen.

 

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